Chinesisches Nationalmuseum, Peking
Wettbewerb 2004 - 1. Preis
Entwurf Wettbewerb Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Stephan Rewolle und Doris Schaeffler
Mitarbeiter Entwurf Gregor Hoheisel, Katrin Kanus, Ralf Sieber, Du Peng, Chunsong Dong
Entwurf Überarbeitung (2006) Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Stephan Rewolle
Projektleitung Matthias Wiegelmann mit Patrick Pfleiderer
Mitarbeiter Ausführung Bao Wei, Johanna Enzinger, Anna Bulanda, Kong Jing, Andreas Goetze, Guo Fuhui, Mulyanto, Chen Yue, Zheng Xin, Gao Hua, Xing Jiuzhou, Helga Reimund, Tobias Keyl, Christian Dorndorf, Anette Loeber, Verena Fischbach, Jiang LinLin, Liu Yan, Mehrafarin Ruzbehi, Yoko Uraji, Lu Han, Xia Lin, Tian Jinghai, Uli Bachmann, Ajda Guelbahar, Iris Belle, Sabine Stage
Arbeitsgemeinschaft mit CABR (Chinese Academy of Building Research)
Bauherr The National Museum of China
BGF 195.000 m²
Bauzeit 2005-2010
Das Chinesische Nationalmuseum stellt die Vereinigung des ehemaligen „Chinese History Museum“ und des „Chinese Revolutionary Museum“ dar und ist somit Schaufenster der Geschichte und Kunst einer der ältesten Kulturen der Menschheit. Das Museum liegt in der kulturellen und politischen Mitte des Landes – dem „Platz des Himmlischen Friedens“, vis a vis der „Großen Halle des Volkes“ sowie der „Verbotenen Stadt“.
Im Frühjahr 2004 wurden elf international renommierte Architekturbüros zu einem Wettbewerb für den Um- und Erweiterungsbau des Chinesischen Nationalmuseums eingeladen. Schwerpunkt der Entwurfsaufgabe war die Integration eines 170.000 m² großen Museumskomplexes aus Alt- und Neubauten in das Platzensemble des Tiananmen.
Die Jury wählte im Oktober 2004 drei Entwürfe für eine weitere Bearbeitungsstufe aus:
- gmp International GmbH mit CABR, Beijing
- Sir Norman Foster mit Beijing Architectural Design Institute
- KPF (Kohn Peddersen Fox) mit Huadong Design Institute, Shanghai
Nach dieser zweiten Runde wurde Ende 2004 das Architekturbüro gmp International GmbH und CABR, Beijing, mit der Planung des Projektes beauftragt. Das damalige Entwurfskonzept sah eine Entkernung des existierenden Museums vor. Der durch die Entfernung des Mittelbaus entstandene Großraum wurde von einem raumhaltigen Dach überspannt, welches Altbau und Erweiterung zu einer neuen Einheit verband.
Im Verlauf der Projektbearbeitung wurden die Architekten Ende 2005 aufgefordert, die Außenwirkung des Museumskomplexes stärker auf die Bestandsgebäude des Tiananmen abzustimmen. Der Neubau sollte harmonisch in den Altbau integriert werden.
Nach mehreren Überarbeitungsstudien wurde im September 2006 das endgültige Konzept bestätigt, welches sich seitdem in Planung und Ausführung befindet. Der Baubeginn fand im März 2007 statt.
Die aktuelle Planung sieht eine Erweiterung des Museums mit gestaffelten Bau-körpern nach Osten vor, in denen sich ein Großteil der Ausstellungsflächen befindet. Die Staffelung der Dacharchitekturen leitet sich sowohl von der traditionellen Dachgestaltung in China ab, wie sie paradigmatisch in der Verbotenen Stadt anzutreffen ist, wie auch von dem Pendantbau des Museums, der Großen Halle des Volkes auf der Westseite des Platzes. Der ehemalige Zentralbau und die Ostflügel des Altbaus wurden entfernt, so dass die verbleibenden renovierten Altbauteile den Neubau dreiseitig umfassen.
Das Museum wird über den Altbau zweifach erschlossen: durch den bestehenden westlichen Säulenhof am Tiananmen Platz und die nördliche Eingangshalle an der Chang An Avenue.
Über die beiden Haupteingänge gelangen die Besucher in den Kernraum des Museums: ein 260m langes Forum, das den Neubau mit dem Altbau in seinen ursprünglichen Symmetrieachsen verzahnt. Die Arkaden vermitteln typologisch in Maßstab und Dimension zwischen alter und neuer Architektur.
Im Inneren des Foyers erschließen weitläufige Treppenanlagen mit Galerieebenen sämtliche Ausstellungsbereiche in unterschiedlichen Rundgängen.
Im Außenbereich bieten fünf, teilweise gartenartig gestaltete Museumshöfe zwi-schen Altbau und Erweiterungsbau Raum für Kunst, Aufenthalt und Veranstaltungen